Empfohlen ADHS im Erwachsenenalter

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verfasst von Anastasia Zhukova

Stand: September 2021

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung – allein dieser Name löst oft ein ganz

bestimmtes Bild aus: Dieser Mensch kann sich überhaupt nicht konzentrieren und ist auffällig zappelig. Das

sehen wir unter Erwachsenen sehr selten, weshalb oft angenommen wird, dass sich ADHS im Erwachsenenalter

auswächst. Heute wissen wir, dass ADHS ein Merkmal ist, welches wir in der gesamten Lebensspanne finden.

Auch bei Kindern kann dieses vereinfachte Bild dazu führen, dass ihre ADHS-Merkmale als „nur verträumt“ oder

„nur lebhaft“ abgetan werden, wodurch das ADHS-Muster in seiner gesamten Komplexität – mit Stärken als auch

Schwierigkeiten – oft nicht erkannt wird. Zudem wird oft verkannt, dass Menschen mit ADHS auch ruhig und

aufmerksam sein können. Aber wie kann das sein, wenn gerade das die Kernmerkmale von ADHS sein sollen?

  • Wir beobachten seit Jahren, wie sich die Grenzen der ICD und DSM verschieben.

    Die S3 Leitlinien sind, kaum erschienen, auch schon wieder in der Revision.

    Die Fachleute beschreiben mehr und mehr, wie die Ausprägungen eines ADHS sehr individuell sein können (vor allem in Wechselwirkung mit Komorbiditäten) und viele fehlerhaften und unvollständigen Diagnosen werden über die Jahre vervollständigt oder korrigiert.


    "Autisten" bekommen nun "plötzlich" zusätzlich eine ADHS-Diagnose,

    ADHS-ler werden erst nach Jahren von andern Fachleuten als Asperger erkannt und

    dann gibt es noch viele Störungen, die im Grunde nix mit ADHS zu tun haben

    aber in Wechselwirkung das ADHS "verschlimmern", also für den Laien deutlicher erkennbar machen.


    Kinder mit LRS oder einer Lernschwäche bekommen nach vielen Jahren mit heftigsten Kopfschmerzen die Diagnose "Heterophorie" (ein dezentes Schielen) was es ihnen über Jahre sehr schwer gemacht hat, die Bücher mit den "doppelten Buchstaben" richtig zu lesen,

    bzw. wird den Medizinern klar, dass die Kraft zur Kompensation der ADHS Symptome bei einer H50.0 zusätzlich "verbraucht" wird, also das Kind schon in er dritten Klasse einen Burnout erlitten hat.


    Ein großes Problem, hinsichtlich der "typischen Merkmale" sind auch "Mediziner mit Pickelhaube", die noch auf Basis von ICD3 oder DSM1 diagnostizieren. An denen alle neuen Erkenntnisse "vorbei gerauscht" sind und die die ohnehin raren Zuteilungen der Kassenärztlichen Vereinigungen blockieren.

    Denn neben den Fehldiagosen dieser "Dinosaurier" verhindern sie oft auch den Zugang von jungen Medizinern, deren Wissen auf der Höhe der Zeit ist und damit oft auch ohne langjährige Erfahrung um Längen besser.



    Der Drang, Dinge zu vereinfachen, weil Bürokratie oder Kleingeister nicht in der Lage sind, die komplexen Zusammenhänge zu erfassen, sorgt seit Jahrzehnten für großes Leid bei den Betroffenen, da die wenigsten von UNS in eine vorgefertigte Schublade passen.


    Upps!

    Habe ich mir jetzt aus versehen Luft gemacht? :saint:

    Danke 1

Die Abkürzung MPH steht beim ADHS für Methylphenidat. Besser bekannt unter den Handelsnamen "Ritalin" und "Medikinet".