ADHS: Medikamente könnten Langzeitar­beitslosigkeit vermeiden

  • Örebro– Patienten mit einer Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind seltener von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, wenn sie die medikamentöse Behandlung im Erwachsenenalter fortsetzen.

    Darauf deutet eine bevölkerungs­basierte Studie in JAMA Network Open (2022; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.6815) hin.


    Das ADHS wird heute als eine lebenslange Erkrankung betrachtet. Bei den meisten Patienten wird die Behandlung jedoch im Erwachsenenalter abgebrochen, häufig nach dem Abschluss der Ausbildung, wenn die Folgen von Konzentrationsschwie­rigkeiten, mangelnder Organisation und Planung, Selbstregulierungsdefizite, Vergesslichkeit und Impulsivität sich nicht mehr unmittelbar in den Prüfungser­gebnissen niederschlagen. Die gleichen Symptome können aber auch die berufliche Karriere behindern. Eine mögliche Folge ist eine Arbeitslosigkeit.

    Ein Team um Lin Li von der Universität Örebro hat dies durch den Abgleich mehrerer Register untersucht, in denen die Patienten mit derselben Identifikationsnummer geführt werden.


    Im Nationalen Patientenregister fanden die Forscher 25.358 Personen der Jahrgänge 1958 bis 1978, die schon einmal wegen eines ADHS im Krankenhaus behandelt wurden. Von ihnen tauchten 12.875 auch in der Datenbank LISA auf, die alle versicherungspflichtigen Arbeitnehmer umfasst.

    Dort lassen sich auch Personen identifizieren, die über längere Zeit arbeitslos waren. Ob diese Personen zuvor mit Medikamenten behandelt worden waren, konnten die Forscher in einem Nationalen Register für verschreibungspflichtige Medikamente recherchieren.

    Ergebnis: Tatsächlich waren Arbeitnehmer, denen in den vorangegangenen 2 Jahren Methylphenidat, Amphetamin, Dexamphetamin, Lisdexamfetamin oder Atomoxetin verordnet worden waren, im folgenden Jahr zu 10 % seltener von Langzeitarbeits­losigkeit betroffen.

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Bei nur 10% der Kinder mit ADHS verliert sich die Störung im Erwachsenenalter fast vollständig